Das Jubiläum

Im Jahr 2016 wird Dada 100.

 

1916 wurde an einem Februarabend an der Spiegelgasse 1 in Zürich das Cabaret Voltaire aus der Taufe gehoben. Ein Urschrei, der bis heute nachhallt, begleitete den Akt: „Dada, Dada, Dada!”. Tristan Tzara, Hans Arp, Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco, Sophie Taeuber und Richard Huelsenbeck röhrten, girrten, schnalzten „Dada”. Sie tanzten, sangen und stampften „Dada”.

 

Das Cabaret Voltaire wurde zum Melting Pot für Nationalitäten, Kunstgattungen und Stile. Dada war ultramodern, provokativ, erfinderisch und hob die Trennung von Leben und Kunst auf. Zu Beginn der zwanziger Jahre war Dada bereits ein weltumspannendes Netzwerk.

 

Mit ihrem „Mouvement international” und ihren „Weltkongressen” besetzten und durchschweiften die Protagonisten die Metropolen der Welt, um aus dem Globus eine Filiale des Dadaismus zu machen. Dada wurde zur Urbewegung der Avantgarde, ohne die Surrealismus, Pop Art, Fluxus, Mail Art oder Punk nicht denkbar gewesen wären und die bis in unsere Gegenwart hinein Künstler, Autoren, Designer elektrisiert.

 

Dada steht für den radikalen Versuch, bestehende Vorstellungen und Werte ad absurdum zu führen – eine Strategie, die noch immer aktuell ist.

 

Die eigentliche dadaistische „Chronique Zurichoise” endet im Juni 1919. Dank einer der weltweit grössten Dada-Sammlungen im Kunsthaus Zürich und dem 2004 wiedereröffneten Cabaret Voltaire ist Zürich bis heute der dadaistische Nabel der Welt geblieben.

Ziel

Anlässlich des hundertsten Geburtstags soll das Dada-Erbe von Zürich aus wach gehalten, kritisch hinterfragt und die Veranstaltungen vernetzt werden.

 

  • Das Zürcher Dada-Erbe wird dabei als lebendiges Archiv begriffen. Es bietet sich die Chance, aus der Geschichte etwas Dynamisches zu machen, das bis in die Gegenwart und Zukunft hinein wirkt, und worauf die Gesellschaft stolz sein darf
  • Die Strategien und Motive der Dadaisten sollen reflektiert, auf ihre Aktualität hin befragt und in aktuelle, zeitgenössische Formen und Setzungen überführt werden.
  • Das Jubiläum will ambitioniert sein: spartenübergreifende, ebenso anspruchsvolle wie populäre, historisch reflektierende und zeitgenössische Kulturprogramme anbieten.
  • Möglichst viele Institutionen und Personen sollen in das Konzept eingebunden werden.
  • Das Jubiläum in Zürich soll über Verbindungen mit anderen internationalen Dada-Metropolen wie Berlin, Paris, New York, Moskau verlinkt werden. Aber auch kleinere Dada-Filialen sollen berücksichtigt werden sowie solche, die es noch werden wollen.
  • Das Jubiläum beginnt nicht erst im Jahr 2016. Verschiedene Anlässe und Programme sollen sich ab heute auf das Jahr 2016 hin entwickeln.
  • Das Jubiläum soll dem Cabaret Voltaire eine Plattform bieten, seine Position als dynamische zeitgenössische Institution in der Zürcher Altstadt mit internationaler Ausstrahlung weiter zu festigen.

Der Verein

Als Trägerschaft des Dada-Jubiläums wurde im Frühsommer 2012 ein Verein gegründet. Der Verein bezweckt die Konzeption und Durchführung des Dada-Jubiläums im Jahr 2016 in enger Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Partnerinnen und Partnern. Er definiert Jubiläums-Inhalte, sucht Kooperationen, vermittelt externe Dada-Projekte an Institutionen, Sponsoren sowie Kulturförderer und kann zur Förderung des Zwecks weitere Aktivitäten unterstützen.

 

Vereinsmitglieder: Markus Notter (Präsident), Peter Haerle, Jürgen Häusler

 

Leitung und Kuratorium: Juri Steiner




Das Komitee

John Armleder/ Nicolas Bideau/ Dirk Boll/ Jacqueline Burckhardt/ Heinz Bütler/ Bice Curiger/ Beat Curti/ Gerd Folkers/ Patrick Frey/ Mike Guyer/ Peter Haerle/ Jürgen Häusler/ Martin Heller/ Hans Mikael Herzog/ Thomas Hirschhorn/ Pius Knüsel/ Oliver Kornhoff/ Johanna Lohse/ Dieter Meier/ Thomas Meier/ Marcel Meili/ Raimund Meyer/ Markus Notter/ Werner Oechslin/ Iris Radisch/ Karen Roth-Krauthammer/ Martin Ruesch/ Christoph Schifferli/ Georg Schmid/ Werner Sieg/ Christoph Siegrist/ Brida von Castelberg/ Peter von Matt/ Thomas Wagner/ Peter K. Wehrli/ Iwan Wirth/ Beat Wyss/ Martin Zimper




Die Partner

Stadt und Kanton Zürich unterstützen das Dada-Jubiläum ebenso wie das Bundesamt für Kultur (BAK). Der Salon Suisse wurde als Begleitprogramm des Schweizer Auftritts unter dem Motto „S.O.S. DADA – The World Is A Mess” anlässlich der 56. Biennale von Venedig von der Pro Helvetia initiiert und organisiert.

 

Dada 100 Zürich 2016 ist ein Ad-hoc-Netzwerk von öffentlichen und privaten Partnerinnen und Partnern, Museen, Theatern, Institutionen, Festivals, Vereinen, Organisationen sowie individuellen Initiativen. Unter anderem sind folgende institutionellen Partner involviert:

Bundesamt für Kultur / Cabaret Voltaire / Dock 18 / Festspiele Zürich / Fondation Fluxum und Flux Laboratory, Genf und Zürich / Fondazione Monte Verità, Ascona / Grossmünster Zürich / Junges Literaturlabor JULL / Kanton Zürich Fachstelle Kultur / Kaufleuten / KMD – Kunsthalle Marcel Duchamp, Cully / Kunsthaus Zürich / Landesmuseum Zürich / Manifesta 11 / Miller’s / Monte Dada / Mood’s / Museo Comunale d’Arte Moderna, Ascona / Museum Haus Konstruktiv / Museum Hermann Hesse, Montagnola / Museum Rietberg / Pong / Post CH AG / Pro Helvetia / Sanatorium Kilchberg / Schweizer Radio und Fernsehen SRF / Schweizerisches Jugendschriftenwerk / Schweizerisches Literaturarchiv der Nationalbibliothek, Bern / sogar theater / Stadt Zürich Kultur / Stadtentwicklung Zürich / Strauhof Zürich / swissnex San Francisco / Tanzhaus Zürich / Theater HORA – Stiftung Züriwerk / Theater Stadelhofen / Theater Stok / Theater Tuchlaube Aarau / Universität Zürich / Wemakeit / ZÜRICH TANZT / Zürich Tourismus / Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Berlinische Galerie / und viele weitere Partnerinnen und Partner.

 

Der Verein Dada 100 Zürich 2016 und das Cabaret Voltaire, die unabhängig voneinander funktionieren, wirkten freundschaftlich und gemeinsam auf das Dada-Jubiläum hin. Das Cabaret Voltaire hat seit seiner Wiedereröffnung ein internationales Dada-Netzwerk aufgebaut. Diese Ausgangslage war für die Planung von grossem Nutzen.