Eine Retrospektive

 

«Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann».

 

Unter den grossen Künstlern des 20. Jahrhunderts ist Francis Picabia (1879–1953), von dem dieser Aphorismus stammt, eine heftig diskutierte Gestalt. Zeit seines Lebens widersetzte er sich wertenden Unterscheidungsmechanismen zwischen hoher Kunst und Kitsch oder Konservatismus und Radikalismus. Selbstkritisch und mit beissendem Humor stellt er die Grundsätze der Moderne in Frage.

 

Anlässlich des 100-jährigen Dada–Jubiläums widmet das Kunsthaus Zürich dem bis heute unterschätzen Künstler eine umfassende Retrospektive. Die Ausstellung erkundet Picabias frühe Erfolge als impressionistischer Maler sowie seinen essenziellen Beitrag zum Dadaismus und zur Geschichte der modernen Kunst. Zu sehen sind neben ca. 130 Gemälden auch Avantgarde-Zeitschriften und Beispiele seiner Film- und Theaterarbeiten – rund 200 Kunstwerke und Dokumente insgesamt aus bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen.

 

Die von Cathérine Hug kuratierte und von den Festspielen Zürich unterstützte Ausstellung ist eine Koproduktion zwischen dem Kunsthaus und dem Museum of Modern Art, New York, wo sie vom 20. November 2016 bis 19. März 2017 gezeigt wird.

 

Veranstaltungen

 

Donnerstag, 16. Juni

Vortrag «Ego Picabia» von Aurélie Verdier (Paris/Berlin) zum Thema der multiplen Identität in Werk und Person Francis Picabias. Darauf folgend Gespräch mit Kuratorin Cathérine Hug. Auf Englisch.

19h, Vortragssaal Kunsthaus Zürich

 

Mittwoch, 22. Juni

Dada- und Surrealismus-Koryphäe Arturo Schwarz (Mailand) erzählt von seinen Erinnerungen im Dialog mit Stefan Zweifel. Einführung: Cathérine Hug. Auf Englisch. Eine Kooperation zwischen Festspiele Zürich, Omanut Verein zur Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz, und Cabaret Voltaire.

19h, Vortragssaal Kunsthaus Zürich

 

Donnerstag, 15. September

Vortrag «Francis Picabia poète. De Dada à Pierre André Benoit (PAB)» von Pauline von Arx (Florenz) und anschliessendes Gespräch mit Künstler Stefan Banz (Cully), Kuratorin Cathérine Hug, und Kunsthistorikerin Sarah Burkhalter (ISEA). In Kooperation mit SIK-ISEA. Auf Französisch.

18h30, Institut suisse pour l’étude de l’art (SIK-ISEA), Antenne romande, UNIL-Dorigny, Anthropole, Lausanne

 

Mittwoch, 21. September

Vortrag von Séverine Gossart (Paris) über die jüngste Forschung zu Francis Picabia während des Zweiten Weltkriegs. Anschliessend Publikumsgespräch. Auf Englisch.

19h, Vortragssaal Kunsthaus Zürich

 

«Francis Picabia. Eine Retrospektive» im Kunsthaus Zürich

3. Juni bis 25. September 2016

Francis Picabia – Kunsthaus Zürich